1945-1998

Eine Videozusammenstellung aller 2053 Nuklearexplosionen von 1945 bis 1998.

von Isao Hashimoto

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Gedankenfutter

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik gab es einen solchen Raubbau an Bürgerrechten.

Ich lasse euch mal etwas zum lesen und nachdenken da. Es mag den ein oder anderen erschrecken, wobei es mich längst nicht so überrascht hat, wie es mich hätte sollen.

Vielleicht rüttelt der Artikel ein paar mehr Leute wach, oder er rennt wieder nur die eh schon offenen Türen ein. Wir werden sehen.

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War School

WAR SCHOOL from Ben Newman

Ist nicht ganz ohne. Ziemlich böse. Ziemliche Lebensrealität für mehr Menschen als mir lieb ist.
Auch wenn mir nicht ganz klar ist warum man die 40% Mädchen betont, Auf jeden Fall sind es 100% Menschen.

(via kraftfuttermischwerk)

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Rechts

Tim stieg in den Zug ein. Er war wirklich so leer wie er erhofft hatte. Aber wer fährt auch dienstags abends um 9 noch quer durch Deutschland? Tim suchte sich seinen Sitzplatz, drehte seinen MP3-Player lauter.
“Was willst du mit den Kopfhörern? Du hast doch gar nichts zum Hören. Du kannst doch jetzt nicht was hören, wir wollten doch quatschen. Wenn du jetzt was hörst, dann sagst du nichts mehr. Dann schlaf ich ein. Du kannst gleich im Flieger schlafen, noch nicht jetzt.”
Flieger? Tim brauchte einige Augenblicke bis ihm klar wurde, dass er nicht gemeint sein konnte. Der Tonlage nach flüsterte der Mann und dennoch schaffte er es seinen MP3-Player zu übertönen, wofür es üblicherweise mindestens eine S-Bahn mit mehreren betrunken singenden Menschen brauchte. Er schaute sich um. Schräg gegenüber saß ein Pärchen. Der links sitzende Mann versuchte scheinbar zu schlafen. Tim drehte die Musik noch ein bisschen lauter und entschied sich für Rammstein. Er schaute auf die dunkle Landschaft vor dem Fenster.
“Ich mag keine weißen Autos und keine roten und blauen, und grüne auch nicht. Gelbe will ich auch nicht. Aquamarin ist schön. Ich hatte mal einen alten Mazda, aber der sprang nie an. War jeden morgen Glückspiel. Dann hab ich den repariert. Aber der hat immer noch nicht funktioniert. Dann hab ich gesagt “Ich will den nicht mehr”. Dann hatte ich einen Opel, der sprang sofort an. Nimm du das Ticket, ich hab das Ticket schon auf der Hinfahrt genommen, ich will nicht immer alles tragen müssen.”
Tim schaute auf die Uhr an der naheliegenden Wand. Erst eine Stunde vorbei. Rechts schaffte es sogar Rammstein zu übertönen. Verzweiflung machte sich bei der Vorstellung breit, dass Tim das jetzt noch weitere 4 Stunden aushalten müsse. Links schlief seit einer halben Stunde im Gegensatz zum Rest des Zuges, der es zwar versuchte aber zunehmend verzweifelt wirkte. Rechts redete weiter auf Links ein.
“Ich zeig Ihnen mein Ticket nicht, ich hab Ihnen mein Ticket eben schon gezeigt, ich bin doch nicht blöd."
Inzwischen hatte sich die Zugbegleiterin in den Wagen gesellt und wollte die Fahrkarten sehen. Tim hoffte insgeheim, dass Rechts weiter so stur bleiben würde und damit aus dem Zug geworfen werden würde. Leider erwachte Links und nahm die Karte wortlos von Rechts und gab sie der Zugbegleiterin.
Tim hätte schwören können, dass die Zugbegleiterin ihm mitleidige Blicke zuwarf.
”Ich will ja nicht als Zugbegleiter arbeiten müssen, da wird man von jedem angepampt, ich bin sensibel. Die schlafen hier gar nicht. Im Flugzeug schlafen sie immer. Da dimmen die vorne das Licht und dann schlafen die. Hier müssen die ja immer die Karten kontrollieren. Im Flugzeug kann ja keiner einfach einsteigen. Aber da müssen die immer rumgehen, wollen sie noch was trinken, wollen sie noch was trinken, wollen sie noch was trinken?”
Tim war kurz davor zu vergessen, dass er eigentlich ein sehr friedliebender Mensch war. Seit nunmehr 4 Stunden schaffte es Rechts jetzt ununterbrochen zu reden. Wenn er jetzt mobile Scheiterhaufen verkaufen würde, hätte er in diesem Zug wohl ausgesorgt. An den Blicken seiner Mitreisenden sah er, wie die Zivilisationsdecke zunehmend dünner wurde.
”Jetzt schlaf nicht ein. Du musst wach bleiben. Ich kann nicht schlafen, ich muss rauchen, in einer Stunde sind wir da. Bald verbietet uns die Angela auch draußen das Rauchen. Das wäre aber fies. Als ich das letzte mal Zug gefahren bin, saß ich ja im Raucherabteil, aber da konnte ich nicht rauchen. Da waren so viele andere Raucher, die sich eine Kippe nach der anderen angesteckt haben, irgendwie konnte ich mir da keine anstecken. Die haben da auch alle schon so komisch geschaut, weil ich nicht geraucht hab.”
Tim hatte ja eher einen anderen Verdacht, was die Ursache für das komische Schauen anging. Wie jemand rauchen konnte, bei dem sich der Mund so schnell und ununterbrochen bewegte. Aber atmen klappte ja scheinbar auch. Tims Hoffnung, dass Rechts irgendwann blau anlaufen und umfallen würde, hatte sich schon vor 4 Stunden aufgelöst. Wahrscheinlich würde Rechts sogar in der Bewusstlosigkeit noch reden.
”Hier ist aber nichts los. Ich brauch Wirbel um mich rum. Es muss Leben um mich rum sein.”
Tim schaute sich das Leben um ihn herum an. Viele waren in die benachbarten Wagen geflohen. In 15 Minuten würde sein Zug da sein. Tim entschloss sich, schon einmal seine Tasche zu nehmen und sich an die Tür zu stellen. Die Glastür schloss sich hinter ihm und Tim stellte seine Musik aus. Er hörte nichts mehr. Tim schloss die Augen, um die Stille zu genießen.
Hinter ihm grölte jemand SCHAAAAAAALKE.

Alle Rechte an dieser Geschichte liegen bei mir, Veröffentlichung nur mit meinem Einverständnis.

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Wann kommt die Revolution?

GG Art. 20

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ICE 547

Hinter ihr schloss sich die Tür des Zuges. Das Quietschen des einfahrenden Regional-Express’ wurde gedämpft. Vor ihr öffnete sich die Schiebetür und sie trat in das Großraumabteil. Ihr Blick schweifte über die Platznummern. Sie blickte zum 3. Mal auf die Karte und vergewisserte sich, dass sie im richtigen Wagen war. Der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Platz 46, Fenster mit Tisch. Auf ihrem Platz saß eine ältere Dame und häkelte. Als sie kam, blickte die Dame fragend auf. Sie deutete auf das Display über dem Platz auf dem „Essen – Berlin“ stand und dann auf ihre Reservierungsbestätigung. Leise ächzend stand die ältere Frau auf und griff ihre geblümte Tasche aus der Gepäckablage über sich. Eine scharfe Kante am Griff ihres Koffers schnitt ihr in die Hand, als sie ihn nach oben wuchtete. Dann setzte sie sich in ihren Platz. Ihre Finger fischten nach dem MP3-Player in ihrer Jacke. Ihre Finger glitten über den Schlüsselbund, der jetzt ungewohnt klein wirkte. Himmelblau tönte aus ihren Kopfhörern. Sie stellte die Wiedergabe auf Wiederholung. Die Ansage, dass sie jetzt Bochum erreichen würde, hörte sie nicht. Aus ihrer Tasche zog sie einen Block. Ihre Hände glitten über das weiße Papier. Es war lange her, dass sie das letzte Mal auf einem solchen Papier geschrieben hatte. In den Vorlesungen schrieb sie am Laptop oder auf linierten Blöcken. Sie legte eine Patrone in den Füller ein, den sie seit dem Abitur nicht mehr benutzt hatte, und begann zu schreiben. „Liebe Mama, es“. Sie stockte. Irgendetwas stimmte nicht. Ein leises Klick ertönte, als sie die Kappe wieder auf den Füller steckte. Sie blickte aus dem Fenster. Die Landschaft glitt an ihr vorbei. Das Leben der Anderen. Sie riss den Brief vom Block, zerknüllte ihn und stand auf. Der Mülleimer im Vorraum des Zugabteils klebte, als sie ihn anfasste. Das Papierknäuel glitt in den Mülleimer. Als sie zu ihrem Platz zurückging, hielt der Zug gerade. Bochum Hauptbahnhof stand vor dem Zugfenster auf einem blauen Schild. Sie setzte sich und nahm ihren Block auf den Schoß. Sie schrieb „Mach dir keine Sorgen um mich, ich liebe dich!“ Nachdem sie den Brief zweimal mittig gefaltet hatte, stand sie auf und öffnete ihren Koffer. Ihr Handy legte sie gemeinsam mit dem Brief und dem Schlüssel oben auf das, was von den letzten 3 Jahren ihres Lebens übrig geblieben war. Sie starrte auf den Kofferinhalt und erstarrte ohne zu merken für wie lange. Der Zug bremste ein weiteres Mal. Sie erwachte aus der Starre und schloss den Koffer wieder ab und versicherte sich, dass die richtige Adresse auf dem Etikett stand. Sie wusste, dass ihre Mutter den zweiten Schlüssel hatte. Dann trat sie wieder zur Schiebetür, die vor ihr aufglitt, und verließ das Abteil. Von draußen strömte die warme Sommerluft hinein. Sie stieg aus dem Zug aus. Die Sonne blendete sie. Ihre Sonnenbrille würde sie nie wieder aufsetzen. Aus den Kopfhörern sang Farin Urlaub „… und der Rest deines Lebens wird schön.“

Alle Zusammenhänge mit real existierenden Personen sind rein zufällig, diese Geschichte ist frei erfunden.
Alle Rechte an dieser Geschichte liegen bei mir, Veröffentlichung nur mit meinem Einverständnis.

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Wigald

Schön gemachter Kurzfilm. Absolut sehenswert. Ich war ja schon immer ein Freund von einer gewissen tragischen Komik.

Die Musik ist “Almost Death” von Element of Crime

(via boschblog)

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Regenbogenland

Ape, Beck & Brinkmann–Regenbogenland

Gleichmäßig hämmern die Maschinen
und das Schiff kommt gut voran.
Unser Weg führt zu Ruinen,
vor Schmerzen brüllt der Ozean.

Diese Zeilen stammen aus dem Jahr 1982. Geschrieben von einer Band die es lange nicht mehr gibt. Ich fand dieses Lied auf einer alten Platte meines Vaters, die ich für ihn auf CD überspielen sollte. Obwohl diese Musik älter ist als ich lässt sie mich nicht los.

Auch wenn das Schiff ein alter Kahn ist,
und im Getriebe nur noch Sand,
führt uns ein Traum zu unseren Zielen,
der Traum vom Regenbogenland.

Die Frage ist warum ist das so. Auch wenn ich mich gelegentlich alt fühle, so lebe ich eigentlich nicht in der Vergangenheit. Vielleicht liegt der Grund mehr das dieses Lied seit seiner Entstehung an keinem Tag an Brisanz verloren hat.

Wo die Meere fast ertrinken,
in Säuren oder anderem Müll.
Und Gifte in den Himmel stinken
sind diese Wunden unser Ziel.

Solange Geld die Welt beherrscht hat,
durch Industrie und Kriegesruhm.
War eine halbe Welt noch nie satt,
die andere Hälfte bringt sie um.

An dieser Schwelle zum Atomtod,
was ist noch unser Leben wert?
Wenn Wahnsinn längst schon ganz normal ist,
und sich kaum einer daran stört.

So offenbart sich wie wenig sich eigentlich, unterm Strich, geändert hat in diesem Land und diesem Planeten. Seit nunmehr 50 Jahren haben wir die selben Probleme, einige sind abgeflaut andere haben zugenommen.

So sind wir doch ein Stück Geschichte
und das Lachen fällt uns schwer.
Doch sollten unsere Kinder wissen,
da gab es eine Gegenwehr!

Einzig die öffentliche Wahrnehmung und die Bereitschaft dagegen anzugehen sind wohl zurück gegangen.
Man ist bequemer geworden.

Die Rechnung dafür werden wohl spätestens unsere Kinder bekommen und wir sollten eine gute Antwort parat haben, wenn die Frage auskommt was wir dagegen getan haben.
Hinweis: Dieser Artikel wurde am 02.02 freigeschaltet, da ich dies nicht ohne Einverständnis des Urhebers veröffentlichen wollte.

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Jugendschutz

Wie der ein oder andere Besucher meiner Seite und meines Blogs heute bemerkt haben dürfte war sie nicht zu erreichen. Wer meinen Blog versuchte zu erreichen und sich die entsprechenden Links durchlas weiß warum.

Ich mach’s mal kurz, entweder ich führe eine Sendezeitbegrenzung ein, oder ich kennzeichne alle Beiträge mit einer Technik die es wohl noch nicht so recht gibt. Auch wenn man sich insgesamt unsicher ist wie der Vertrag nun zu werten ist, so das sich nicht mal Anwälte untereinander einig sind (was nun wirklich für eine abstruse Formulierung spricht) bleibt für mich nur radikal alles zu blocken, weil ich, wie die meisten Betreiber von kleineren Seiten, nicht die Kapazitäten für ein Bußgeld habe.

Daher wird mein Blog und meine Seite nur noch von 23 bis 6 Uhr erreichbar sein. Im Moment arbeite ich an einer Lösung wie ich einzelne Leute von dieser Regelung ausnehmen kann, das wird aber dauern und ich müsste dann Altersnachweise verlangen. Ich werde diese Regelung ab Anfang nächster Woche umsetzen als eine Form des Protestes.

Im Moment bin ich so fassungslos über diese Regelung, die so sehr an der Realität des Internets vorbeigeht, dass ich mich nicht einmal richtig aufregen kann darüber.

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Aufruf zur Vernunft

Gedanken zum Tage:

Liebe Politiker, liebe Mitmenschen.

Extremismus ist nicht gut, allerdings auf beiden Seiten nicht.

Zu allererst einmal, die Gefahr, dass man durch einen Terroranschlag in Deutschland umkommt, ist recht gering. Extreme Maßnahmen, wie sie im Moment vorm Hintergrund der Terrorgefahr gefordert werden, fügen der Gesellschaft langfristig wohl mehr Schaden zu als es ein paar Menschen mit Bomben je könnten. Würde man die Toten, die der Terrorismus fordert, als Verkehrstote buchen, wäre der Verkehrsminister sehr glücklich.

Die umgekehrte Form des Extremismus ist aber ebenso fehl am Platze. Es bringt genau so wenig, überzogene Panik vor der Regierung zu machen und eine zweite DDR (oder alternativ eine neue Waffen-SS) zu unterstellen, nur weil die Polizisten verstärkt kontrollieren. Da gehört meines Erachtens noch ein bisschen mehr zu. Trotz aller Vorwürfe, die ich auch nicht grundlegend ablehnen möchte, macht man sich auf diese Weise zum einem unglaubwürdig, und zum anderen sollte man nicht vergessen, dass da draußen nun mal wirklich Menschen rumlaufen, die uns gern ein bisschen sprengen wollen.

Vielleicht sollten beide Seiten einfach ein bisschen ruhiger und kritischer an die Sache rangehen, denn wenn ich mir die Situation im Moment anschaue, hat al-Qaida viel erreicht, ohne ein einziges Gramm Sprengstoff zu zünden. Sie hat sowohl Angst in der Bevölkerung geschürt als auch das Vertrauen in die Regierung gestört.

Wenn man das Ganze nüchtern betrachtet, so bleibt wenig Grund zur Angst, solange alle Beteiligten sich an diese Nicht-Angst halten.

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